26
Aug
2019
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Spendensammlung für einen Band-Raum in einer Grundschule

In ein paar Tagen wird in Brandenburg und in Sachsen gewählt und es lässt sich wohl kaum verleugnen, dass vielen Menschen bange ist bei dem Gedanken. Sollte die AfD – und danach sieht es derzeit auch – gewinnen und andere Koalitionen nicht zustande kommen, dann wird sich wohl vor allem auch im Kultursektor einiges ändern.

Dass es die AfD überhaupt geschafft hat, sich in der Wählergunst so aufzuschwingen, liegt vor allem auch daran, dass ihre Vertreter mit den Ängsten der Menschen spielen. Vieles verändert sich, die Zukunft ist ungewiss – da haben Populisten, die einfache Antworten auf komplexe Fragen bringen, leichtes Spiel. Da lässt es sich leicht manipulieren. Da können Fake-News auf fruchtbaren Boden fallen. Da kann man stümpern und stottern und trotzdem am Ende als Wahlsieger hervorgehen.

Wenn wir nicht wollen, dass sich Geschichte wiederholt, dann müssen wir Antworten finden, die wieder Zuversicht bringen, statt Ängste zu schüren. Die Vertrauen aufbauen, statt es zu zerstören. Und wir müssen uns ehrlich den Herausforderungen stellen. Viele Ansätze gibt es, wir haben das am Samstag in Dresden gesehen, als gut 40.000 Menschen in Dresden für ein #unteilbar-es Deutschland und Sachsen auf die Straße gegangen sind. Auch in Brandenburg regt sich Widerstand. So hat das Künstlerkollektiv „Künstler mit Herz Brandenburg“ den Song von Roland Hefter „Mia ned“ aufgegriffen und ihn mit Brandenburger Slang neu inszeniert. Herausgekommen ist ein wunderbares Lied, das nicht nur Mut macht, sondern Menschen verbindet.

So, das war jetzt ziemlich weit ausgeholt, aber mit dem Stichwort Musik bin ich eigentlich schon da, wo ich hin will. Denn: Musik kann etwas geben, was uns heute in unserer modernen Welt so oft fehlt. Sie baut Brücken. Wer gemeinsam singt oder musiziert, wird danach kaum einen Streit anfangen. Oder, wie es ein Mediziner mal sinngemäß gesagt hat: „Wer gemeinsam musiziert, schreibt danach keine Hassbotschaften“. Singen stärkt das Selbstbewusstsein und die Empathie. Und nichts brauchen wir derzeit dringender. Wer emphatisch ist und selbstbewusst ist, ist weniger anfällig für Populistengerede. Lässt sich weniger manipulieren, entwickelt leichter eine Haltung. Leider ist es heute nicht mehr so üblich, innerhalb der Familie zu singen oder zu musizieren. Auch in den Lehrplänen ist Musik zwar noch vorhanden, wird aber oft recht stiefmütterlich behandelt und reißt aufgrund der oft sehr wenig spannenden Themen die Schüler nicht mehr vom Hocker.

Umso wichtiger sind da Projekte, die außerschulisch angeboten werden und die Kinder abholen. Vor ein paar Tagen war ich auf einer Veranstaltung des Lions Club Next Berlin. Dort wurden für ein Mitsing-Konzert im Berliner Atze Musiktheater Spenden gesammelt. Auf dem Programm stand an diesem Abend auch eine Rede und eine kleine Performance – auf die Bühne gebracht vom Gründer des Musiktheaters, Thomas Sutter.

Ich habe lange nicht mehr jemandem zugehört, der so begeistert über das Singen und Musizieren gesprochen hat, wie Herr Sutter. Der den großen Gewinn, den wir haben, wenn wir gemeinsam singen oder musizieren nicht nur theoretisch, sondern auch gleich praktisch rüberbringen konnte, denn er hat es doch tatsächlich geschafft, dass die Lions-Mitglieder und alle Anwesenden mit ihm ein Kinderlied schmetterten und keinem das Gefühl von Lächerlichkeit oder Scham im Gesicht stand. (Jeder, der mal auf solch einer Veranstaltung war, weiß vielleicht, was das bedeutet.) Es war großartig.

Und weil das so toll war, hat Kunst für Demokratie ein Projekt gesucht, das in diese Richtung geht und das wir unbedingt unterstützen wollen.. Es geht um einen Bandraum in einer Berliner Grundschule, der ausgebaut werden soll. Seit mehr als zehn Jahren gibt es für Kinder der Giesensdorfer Schule in Lichterfelde ein musikalisches Angebot im Rahmen der Schulsozialarbeit. Dieses Angebot möchte das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. weiter ausbauen und auch für andere Kinder aus der Umgebung zugänglich machen. Die räumliche Situation an der Schule lässt das derzeit jedoch nicht zu. Für den Ausbau und die Herrichtung eines adäquaten Band- und Musikraumes braucht der Verein nun Unterstützung.

Hinter dem Projekt steckt ein sehr engagierter Sozialpädagoge und Musiker, der wie Sutter erkannt hat, dass Musik etwas mit Kindern macht und etwas bewegt. Für den weiteren Ausbau des Raumes werden aktuell 3.000 Euro benötigt – 570 Euro sind schon in der Kasse. Alles Spenden, die reinkommen, werden von ROCK AM KANAL verdoppelt, allerdings nur, wenn das Geld bis zum 31.08. 2019 eingeht. Es ist also eilig.

Rock am Kanal 2019 spendet wieder

Das ist eines unserer diesjährigen Spendenprojekte. Es handelt sich um einen Bandraum für Kinder in Lichterfelde/Steglitz, welcher u.a. mit unseren Spendengeldern hergerichtet werden soll. Seht selber...

Gepostet von ROCK AM KANAL am Freitag, 19. Juli 2019


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